KS – Neuemusik
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Wenn diese Gazette in ihrem Mailprogramm nicht korrekt angezeigt wird,
können Sie sie auch hier lesen:
https://kulturserver-nrw.de/de_DE/gazette-neue-musik-in-nrw-ausgabe-juni-20…
*Juni 2026*
*Gewesen: *Neue Opern in Aachen, Dortmund, Kölnund Wuppertal – Abschied
von Mark-Andreas Schlingensiepen
*Angekündigt: *Tag der zeitgenössischen Musik an der RSHS Düsseldorf –
Blaues Rauschen im Ruhrgebiet – Meredith Monk in Essen u.v.a.m.
*(möchten Sie diese Gazette monatlich neu per E-Mail erhalten? Dann
senden Sie bitte eine Mail an *neuemusik-join(a)list.kulturserver-nrw.de
<mailto:neuemusik-join@list.kulturserver-nrw.de>*)*
*[Neue Opern in Aachen, Köln, Dortmund und Wuppertal]*
Zum Ende der Spielzeit 2025/26 hatten an mehreren Opernhäusern in NRW
mehr oder minder neue Werke Premiere. Immerhin waren zwei Uraufführungen
dabei und ich habe mich erwartungsvoll auf die Reise gemacht.
Literaturopern sind eigentlich von gestern, aber für Ingeborg Bachmanns
Roman /*Malina*/
<https://www.theateraachen.de/de/produktionen/malina.html>**möchte man
gerne eine Ausnahme machen. Zum einen hatte Bachmann eine hohe Affinität
zur Musik, sie war eng mit Hans Werner Henze befreundet, für den sie
mehrere Libretti schrieb, in ihren Werken bezieht sie sich direkt auf
Musik (im Roman /Malina/ erscheint gleich auf den ersten Seiten ein
Notenbeispiel aus Schönbergs /Pierrot Lunaire/) und nicht nur ihre Lyrik
zeichnet sich durch einen ausgesprochen musikalischen Duktus aus. Zum
anderen handelt es sich bei /Malina/ um ein sehr vielschichtiges Werk
ohne geradlinige Narration dessen Thema, patriarchale Gewaltstrukturen,
von unverminderter Aktualität ist. Anlässlich Bachmanns 100. Geburtstag
ging das Theater <https://www.theateraachen.de/de/start/index.html>
*Aachen* daher das Wagnis ein, gemeinsam mit den Schwetzinger
Festspielen <https://www.swr.de/schwetzinger-swr-festspiele/index.html>
(wo das Werk am 24.4.26 aus der Taufe gehoben wurde) bei Karola
Obermüller <https://karolaobermueller.net/> und Peter Gilbert
<https://petergilbert.net/> (Komposition) sowie Tina Hartmann
<https://www.litwiss-berufsbezogen.uni-bayreuth.de/de/index.html>
(Libretto) die Oper /Malina/ in Auftrag zu geben. Im Mittelpunkt steht
das namenlose weibliche Ich, dessen Ringen mit ihrem Geliebten Ivan,
ihrem Mitbewohner Malina und ihrer eigenen Identität sich in einem
komplexen Gefüge aus Dialogen, Monologen, Fantasien, Träumen und
Erinnerungen offenbart. Wir werden durch ein Labyrinth aus Worten,
Klängen und Bildern geführt, in dem immer wieder neue Schichten und
Assoziationen freigelegt werden. Der einzige rote Faden ist eine
durchgehende Atmosphäre des Unbehagens, der Gewalt, der Bedrohung und
der Verunsicherung, für die die Regisseurin Franziska Angerer
<https://www.franziskaangerer.de/> eindrucksvolle Bilder findet. Die
Bühne wird beherrscht von einem Halbrund aus Spiegeln und
Projektionsflächen. Gleich zu Beginn taucht die Frau (Larisa Akbari
<https://www.theateraachen.de/de/personen/larisa-akbari.html>) ihre
Hände in herabrinnendes Rot, Blut, das sich nicht mehr abwaschen lässt.
Die toxische Dynamik zeigt sich besonders in der Beziehung zu ihrem
Geliebten Iwan, den Micah Schroeder <https://www.micahschroeder.com/>
lässig rauchend mit kühler Dominanz verkörpert. Während die Frau sich
auf einen romantischen Abend mit Ivan vorbereitet, wird ihre Sehnsucht
nach ihm überdeckt von der Angst, nicht zu genügen. Eine wirkliche
Begegnung findet auf der Bühne nicht statt, großformatige Projektionen
in Nahaufnahme gestatten jedoch einen Blick unter die Oberfläche:
erotische Szenen voll untergründiger Gewalt, Essenszubereitung, bei der
Tomaten bluten, Eier bersten und Messer in Fleisch schneiden. Doch die
Gewalterfahrungen reichen tiefer und manifestieren sich in
Kindheitserinnerungen, die den ins Unermessliche anwachsenden,
erdrückenden Schatten des Vaters evozieren. Einen Gegenpol bildet die
Welt der Fantasie, die sich wie im Roman um das Märchen von der
Prinzessin Kagran (Jelena Rakić
<https://www.theateraachen.de/de/personen/jelena-rakic.html>), ihren
Rappen und den Prinzen (Ángel Macías <https://www.angel-macias.com/>)
entfaltet. Aber auch hier gibt es Ambivalenz statt Erlösung. Ist das
Pferd Kraftquell und Rettung oder ein weiteres Symbol der Gewalt, in dem
– als Kadaver auf die Bühne herabgelassen – sich die Protagonistin
verfängt. Ein Dialog findet noch am ehesten mit ihrem Mitbewohner Malina
statt, der als Alter Ego der Frau erscheint, was kongenial durch die
Besetzung mit dem Countertenor Valer Sabadus
<https://www.valer-sabadus.de/> zum Ausdruck gebracht wird. Die Stimmen
Malinas und der Frau verschmelzen, die Grenzen zwischen den
Geschlechtern verschwimmen. Doch erneut dominieren Zwiespalt und
Ungewissheit. Malina erscheint wiederholt im Publikum, auf den Rängen,
weit weg als suche er Distanz. In der letzten Szene verleugnet er in
einem Telefongespräch die Existenz der Frau. Wie im Roman lauten die
letzten Worte „Es war Mord.“ Verweist dies auf endgültige Vernichtung
oder auf die Möglichkeit des Aufbruchs in eine Welt, die die alten
Kategorien hinter sich lässt? In Aachen sind beide Lesarten möglich,
doch zurück bleibt vor allem ein produktives Gefühl der Verwirrung. Zu
dieser Vielschichtigkeit passt, dass der Kompositionsauftrag an zwei
Personen vergeben wurde. Die Zusammenarbeit soll trotz unterschiedlicher
Musikstile reibungslos verlaufen sein und tatsächlich hört man keine
nennenswerten Brüche. Die Musik drängt sich nur selten in den
Vordergrund, begleitet das Geschehen organisch und hält manchmal inne,
um der gesprochenen Sprache Raum zu geben. Elektronische Mittel kommen
behutsam zum Einsatz, so zum Beispiel wenn der Opernchor als Zuspielung
die Frau wie ein Schatten umgibt. Die im Programmheft erwähnten
Leitkonzepte und Bezugnahmen (z. B. auf die Komponistin Ruth Crawford
Seeger) konnte ich allerdings nur ansatzweise nachvollziehen. Am Schluss
blieb der Eindruck, der Fülle der Worte, Klänge und Bilder nicht ganz
gerecht geworden zu sein, und der Wunsch, sich gleich zu Hause den Roman
zu schnappen und besser gerüstet wiederzukommen.
Ganz ohne Kooperationspartner hat die Oper
<https://www.theaterdo.de/>*Dortmund*Sarah Nemtsovs
<https://www.sarah-nemtsov.de/de/biographie/>neues Werk /*Wir*/
<https://www.theaterdo.de/produktionen/detail/wir-we/>gestemmt und auch
in Zukunft soll regelmäßig Neuland betreten werden. Inspirieren ließ
sich der Intendant Heribert Germeshausen vonRichard Wagners
Ausspruch„Kinder, schafft Neues“, weshalb die Premiere am 14.5.den 7.
Dortmunder Wagner-Kosmos
<https://www.theaterdo.de/oper/startseite/wagner-kosmos/>eröffnete.
Hierbei handelt es sich um eine jährlich stattfindende
Veranstaltungsreihe, die Gesprächsformate mit Neuinszenierungen
verbindet – von Wagneropern (wie im letzten Jahr Konwitschnys /Ring/),
von Wiederentdeckungen oder eben Uraufführungen. In der Zukunft ist
sogareine Zusammenarbeit mit den Bayreuther Festspielen geplant:
Gemeinsam wurde /Brünnhilde brennt/
<https://www.theaterdo.de/produktionen/detail/bruennhilde-brennt/>beiBernhard
Lang <https://bernhardlang.at/>in Auftrag gegeben, das am 3.8.26
<https://www.bayreuther-festspiele.de/programm/auffuehrungen/bruennhilde-bre…>in
Bayreuth konzertant uraufgeführt wird (natürlichnicht im Festspielhaus)
und 2027 in Dortmund seine szenische Erstaufführung erlebt. Zum
60-jährigen Bestehen des Opernhauses 2028 hat man sich schließlichetwas
ganz besonderes einfallen lassen: Wim Wenders’ Film/**/*/Der Himmel über
Berlin/
<https://www.theaterdo.de/produktionen/detail/der-himmel-ueber-berlin/>*wird
zur Oper - mit Musik von Elena Kats-Chernin, einem Libretto und in der
Regie von Martin G. Berger sowie Rolando Villazón in einer zentralen Partie.
Nun aber zurück zu Nemtsovs neuer Oper /Wir/, die sich zwar ebenfalls
dem Thema Zukunft widmet jedoch einer fiktiven Zukunft mit ausgesprochen
dystopischem Charakter. Zugrunde liegt der gleichnamige Roman von
Jewgeni Samjatin, der kurz nach seiner Entstehung 1923 in seinem
Heimatland, der UdSSR, verboten wurde, 1924 in New York auf Englisch
erschien und als weniger bekannter Vorläufer der Romane von Aldous
Huxley und George Orwell gilt. Samjatin schildert, wie nach einem
verheerenden Krieg auf der Erde der Geeinte Staat entsteht, der sich
durch rigorose Gleichschaltung und Reglementierung auszeichnet. Statt
Namen gibt es Nummern, Träume gelten als psychische Abnormität und
staatliche Beschützer sorgen dafür, das niemand aus der Reihe tanzt. In
ihrem selbstverfassten oder besser selbst zusammengestellten Libretto
folgt Nemtsov geradlinig der Geschichte des Ingenieurs D-503, dessen
Raumschiff Integral die Staatsdoktrin ins Weltall tragen soll, der dann
aber der geheimnisvollen I-330 verfällt, die ihn mit Liebe und Nostalgie
infiziert. I-330 gehört zudem einer Widerstandsgruppe an, deren Revolte
allerdings scheitert. D-503 wendet sich in seiner Not ausgerechnet an
die staatliche Gesundheitsabteilung, die als ultimative Lösung zur
Amputation der Seele rät. Ob D-503 diesen Weg geht, bleibt zum Schluss
offen, wobei gleichzeitig der Blick hinter die Mauer in eine wilde Natur
eine vage Hoffnung aufkeimen lässt.
Im Gegensatz zu ihren früheren Opern wählt Nemsov eine lineare
Herangehensweise und setzt auf Nachvollziehbarkeit. Die Stimmen werden
verstärkt aber nicht verfremdet (bis auf die des Diktators), Synthesizer
(Sebastian Berweck <https://www.sebastianberweck.de/>) und E-Gitarre
(Seth Josel <http://sethjosel.de/>) sorgen für futuristische
Einfärbungen, die dramatischen Passagen werden von einer düsteren,
massiven, gewalttätigen Musik begleitet. Dem entspricht die Inszenierung
von Eva-Maria Höckmayr <https://www.evamariahoeckmayr.com/>, die den
gesamten Opernraum auf spektakuläre Weise zum Komplizen macht. Das
Publikum wird (wie schon bei Kurtágs /Fin de Partie/
<https://www.theaterdo.de/produktionen/detail/fin-de-partie/>) auf der
Bühne platziert und sieht zunächst in einer riesigen, das Podium vom
Zuschauerraum trennenden Spiegelwand sich selbst. Dies sorgt für einen
starken Moment der Irritation und kann als Bezugnahme auf eine Metapher
des Romans interpretiert werden, wonach die Seele ein flüssiger Spiegel
ist, fähig die Umwelt individuell zu reflektieren. Das Geschehen hebt an
mit einer brutalen Szene, die auf das Ende vorgreift und uns in nächster
Nähe und mit übergroßen Projektionen zu Zeugen der Folterung von I-330
nach der gescheiterten Revolte macht, wodurch jeder Zweifel am Charakter
des hier herrschenden Machtapparats im Keim erstickt wird. Dann nimmt
die chronologisch erzählte Handlung ihren Lauf. Das Drama spielt sich
direkt vor unseren Augen ab, Seth Carico <https://www.sethcarico.com/>
als D-503 vermittelt sein Ringen mit widerstreitenden Gefühlen aufs
Eindrücklichste, Gloria Rehm <https://www.gloriarehm.de/> als I-330
bezirzt ihn mit betörender, sirenenhafter Stimme. Im Gegensatz dazu
steht das Regime: Wenn sich die Spiegelwand hebt, blicken wir in den
hell ausgeleuchteten Zuschauerraum, der es in seiner unnahbaren Weite
und Unerreichbarkeit, seiner unerbittlichen Ordnung und kalten Pracht
kongenial abbildet. Die Inszenierung zieht alle Register. Neben
Opernchor und Sprechchor kommen auch die Bürger*innenOper und die
Statisterie zum Einsatz, um die kurzzeitig rebellierenden, schon aber
bald wieder folgsamen Menschenmassen abzubilden. Farbakzente werden
effektvoll verwendet, dem einfältigen Mausgrau der stromlinienförmigen
Menge steht das Rot des Rebellentums gegenüber, das außerdem von einem
Tänzer (Ivan Keim) verkörpert wird. Die handelnden Personen agieren
teils direkt aus dem Publikum heraus, aus der letzten Reihe dringt
Raunen, Stampfen und Pfeifen und setzt sich im Nacken fest, Nebel- und
Klangschwaden durchziehen den Raum. Die Gesamtwirkung ist eindrucksvoll
doch gerade dadurch nicht unproblematisch, denn die Kritik an einem
überwältigenden System setzt selbst auf Überwältigung, die Antwort auf
Rigidität und Berechenbarkeit erscheint selbst zu bruchlos und geradlinig.
Die *Kölner* Oper <https://www.oper.koeln/de> ist mit George Benjamins
/*Picture A Day Like This*/
<https://www.oper.koeln/de/produktionen/picture-a-day-like-this/1173>
auf Nummer sicher gegangen. Das Werk hat bereits 2023 beim Festival
d’Aix-en-Provence seine Uraufführung erlebt und Benjamins Vorgängeropern
waren wiederholt in der Region zu erleben. Er ist somit kein Unbekannter
und vor allem ist er ein hervorragender Handwerker, der sich auf Musik
versteht, die stimmig, ausgefeilt und eingängig ist ohne banal zu sein.
Für seine neueste Oper hat er sich gemeinsam mit seinem
Stammlibrettisten Martin Crimp eine Geschichte auserkoren, die Motive
aus dem Fundus der Volkserzählungen aufgreift und ganz bewusst keinen
Realismus anstrebt. Eine Frau betrauert den Tod ihres Kindes und erhält
die Auskunft, es mit dem Knopf vom Ärmel einer glücklichen Person
wiederbeleben zu können. Sie begibt sich auf eine – man ahnt es schon –
vergebliche Reise und begegnet dabei einem Liebespaar, das sich
entzweit, einem Kunsthandwerker, der sich als psychisches Wrack
entpuppt, einer erfolgsverwöhnten Komponistin, die sich in
Selbstzweifeln ergeht, und einem Kunstsammler, der sich mit seinen
Schätzen vereinsamt hinter Sicherheitsvorkehrungen verschanzt.
Schließlich trifft sie in einem Paradiesgarten auf Zabelle, die ihr
tatsächlich einen Knopf überreicht, jedoch sogleich einräumt, nicht
wirklich existent zu sein. Fazit: In der realen Welt gibt es kein Leben
ohne Leid, aber zum Glück haben wir die Fantasie. Das Publikum erwartet
somit ein Stationentheater mit vorhersehbarem Verlauf und einem Ende,
das einen gewissen Interpretationsspielraum zulässt. Zudem würzt Grimp
das Libretto mit einigen Modernismen, die allerdings etwas aufgesetzt
wirken: Der Liebhaber huldigt einer ‚verfickten Polyamorie‘, was
schließlich zum Zerwürfnis mit seiner Partnerin führt, der
Kunsthandwerker scheint einem aktuellen Lehrbuch psychischer
Erkrankungen entsprungen inklusive Selbstverletzung und Suizidalität und
bei der Schilderung der rastlosen Komponistin schwingt eine gewisse
Selbstironie mit. Die Inszenierung (Daniel Jeanneteau
<https://www.oper.koeln/de/kuenstler/daniel-jeanneteau/3255> und
Marie-Christine Soma
<https://www.oper.koeln/de/kuenstler/marie-christine-soma/3254>)
konzentriert sich jeweils pro Szene auf ein markantes Bild – das sich
räkelnde Liebespaar, der von Knöpfen übersäte Kunsthandwerker, der in
einem Glaskasten sitzend den Kontakt zur Welt verloren hat, die samt
Assistent auf einem Laufband auf der Stelle tretende Komponistin. In der
Paradiesgartenszene wird mit Projektionen eine wunderbare, fantastisch
wuchernde Unterwasserszenerie erzeugt, in der Zabelle und die Frau
einander spiegeln. Dazu erklingt eine Musik, die alle Höhen und Tiefen
gekonnt und genussvoll ausschöpft. Die Stimmen der Liebenden
verschmelzen zu schön um wahr zu sein, bevor sie sich in einem heftigen,
von Bläserattacken forcierten Schlagabtausch verfangen. Die Stimme des
Kunsthandwerkers kippt immer wieder ins höchste Register und deutet so
die psychischen Abgründe an, die sich schließlich in einem schrillen
Aufbegehren des Orchesters unüberhörbar offenbaren. In der Gartenszene
umgarnen sich die Stimmen wie Schlingpflanzen und die Musik schillert
und glitzert.
Insgesamt wirkt das Ganze etwas abgespult, aber über die für eine Oper
vergleichsweise kurze Dauer von einer Stunde trägt das Konzept durchaus,
zumal das Gürzenich-Orchester (in kleiner Besetzung) unter der Leitung
von Christian Karlsen sehr präsent ist und auch die Sänger und
Sängerinnen nichts zu wünschen übrig lassen. Ein kompaktes Stück ohne
Überraschungen, bei dem man sich gut unterhalten fühlt und das somit
ideale Voraussetzungen bietet, um als Koproduktion durch Europa zu
touren – mit Stationen in London, Strasbourg, Paris, Luxembourg und Neapel.
Die *Wuppertal*Oper <https://www.wuppertaler-buehnen.de/>setztunter der
Intendantin Rebekah Rota weniger auf Neues sondern widmet sich „der
Erkundung seltener Opernschätze und legteinen besonderen Fokus auf das
Werk kreativer Komponistinnen“. Auf diese Weise kam die interessante
Aufführung /Erwartung/Der Wald/
<https://www.oper-wuppertal.de/programm/detailansicht-produktion/erwartung-d…>zustande,
bei der Schönbergs Monodram mit einem Stück von Ethel Smyth kombiniert
wurde, eine Komponistin von der ich immerhin schon gehört habe. Als
aktuelle Ausgrabung hatteam 18.4. die Oper /*The Lodger*/
<https://www.oper-wuppertal.de/programm/detailansicht-produktion/the-lodger>von
Phyllis Tate Premiere, eine mir bis dato unbekannte Komponistin. Das
Werk basiert auf Marie Belloc Lowndes’ gleichnamigemRoman, der auch
einem Stummfilm von Alfred Hitchcock zugrunde liegt und sich auf
ungewöhnliche Weise dem berühmten Londoner SerienmörderJack the Ripper
nähert. Der Ripper erscheint hier nicht als blutrünstiges Monster,
sondern als von apokalyptischen Visionen getriebener armer Kerl. Er
quartiert sich als Untermieter bei Emma Bunting und ihrem Mann George
ein, die finanziell gerade äußerst klamm sind,und Emma ist es, die zur
eigentlichen Hauptperson avanciert und aus deren Sicht wir das Geschehen
nachvollziehen. Wir erleben, wie sie schneller als ihr lieb ist, das
Unheil ahnt, bald Gewissheit erlangt und daraus ungewöhnliche Schlüsse
zieht. Eingebunden ist dieser innere Prozessin eine Handlung, die neben
einer Liebesgeschichte zwischen dem PolizistenJoe und Daisy, der Tochter
des Hauses, auch schmissige Straßenszenen beinhaltet und uns so mitten
in das nebelverhangene London des 19. Jahrhunderts katapultiert, eine
Steilvorlage die der Regisseur Greg Eldridge
<https://www.greg-eldridge.com/>und seineBühnenbildnerinAlyson Cummins
<https://alysoncummins.com/>hemmungslos und genüsslich auskosten. Vor
uns breitet sich eine zweistöckige überdimensionale Puppenstube aus, mit
einem urgemütlichen, viktorianischen Wohnzimmer im Untergeschoss und
Jack the Rippers Zimmer im Obergeschoss, ebenfalls anheimelnd aber in
ahnungsvolles Rot getaucht. Die Szene öffnet sich zur Straße, die mit
schummrigen Straßenlaternen genauso urig daherkommt. Jedes Detail stimmt
und man kann sich geradezu die Freude der Bühnenleutevorstellen – wie in
der guten alten Zeit, als man in akribischer Kleinarbeit das Puppenhaus
für den Weihnachtsabend herrichtete und innerlich die Kinderaugen schon
leuchten sah. Auch die Kleidung (Kostüme Evelien van Camp
<https://www.evelienvancamp.com/>) ist bis zur Unterwäsche historisch
informiert.
Wer die Lebensdaten der Komponistin (1911 bis 1987), den
Uraufführungstermin (1960) und den Umstand in Rechnung stellt, dass
Großbritannien in Sachen Neue Musik schon immer sein eigenes, aus
kontinentaler, vorzugsweise deutscher Sicht, konservatives Ding gemacht
hat, weiß, dass hier keine experimentellen Klänge zu erwarten sind. Das
einzig Schräge ist das verstimmte Klavier in einer Wirtshausszene,
ansonsten bewegen wir uns in tonal vertrauten Gefilden, die allerdings
sehr vielseitig und wirkungsvoll eingesetzt werden. Paukenwirbel und
Bläserattacken sorgen für voluminöse Zuspitzungen, viel häufiger aber
wird das allgegenwärtige Unbehagen durch subtilere Mittel umgesetzt.
Emmas Warten auf ihren Mann begleitet ein enervierendes Ticken, die
apokalyptischen Visionen des Rippers und die Ahnungen Emmas werden von
dumpfem Pochen und unheimlichem Sirren grundiert und wenn sich am Ende
der zweiten Szene Innen- und Außenraum verschränken, kann es richtig
turbulent und vielschichtig werden. Daneben stehen handfeste Trinklieder
und ein Liebesduett.
Befremdlich mutet das Ende an. Anstatt ihn der Polizei auszuliefern,
führt Emma mit ihrem Untermieter ein Hilfeplangespräch. Sie sieht ihn
als krankes und gequältes Individuum und schickt ihn zum Arzt. Selbst
den zaghaften Einwand ihres Mannes, dem es ebenfalls langsam dämmert,
dass immerhin Frauenleben auf dem Spiel stehen, wischt sie zur Seite.
Diese bemerkenswerte, noch heute beliebte Täter-Opfer-Umkehr lässt sich
besser einordnen, wenn man bedenkt, dass damals in Großbritannien heiß
über die Todesstrafe diskutiert wurde, deren erklärte Gegnerin Tate war
und die erst in den 1960er Jahren abgeschafft wurde.
Insgesamt handelt es sich bei /The Lodger/ um ein Gesamtpaket, bei dem
musikalisch, vor allem aber von Seiten der Regie keine Kosten und Mühen
gescheut werden, um uns auf eine nostalgische Zeitreise zu schicken. Bei
den Sängern und Sängerinnen stechen vor allem Edith Grossman als Emma
und Zachary Wilson als Untermieter hervor, die stimmgewaltig ihre innere
Zerrissenheit zum Ausdruck bringen. Der Opernchor kann sich wunderbar
austoben und das Sinfonieorchester Wuppertal steuert unter der Leitung
von Yorgos Ziavras sicher durch das bewegte aber nicht besonders
steinige Terrain.
*[Abschied von Mark-Andreas Schlingensiepen]*
Am 2.5.2026 ist Mark-Andreas Schlingensiepen
<http://www.schlingensiepen.info/>nach schwerer Krankheit verstorben. Am
26.4. feierte er noch seinen 70. Geburtstag, doch schon beim Konzert des
von ihm gegründeten notabu.ensembles <https://www.notabu-ensemble.de/>am
29.4. in der Tonhalle, das als Geburtstagsständchen konzipiert war,
konnte ernicht mehr dabei sein. Wie kaum einzweiter hat Mark-Andreas
Schlingensiepen das Neue-Musik-Leben in Düsseldorf seit den 80er Jahren
geprägt. 1956 in Bradford/England geboren (sein Vater war dort Pastor
der deutschsprachigen Gemeinde) kam er nach einem Zwischenstopp in
Berlin 1969 mit seiner Familie in die Landeshauptstadtund blieb dieser
sein Leben lang treu. Als Student der Robert-Schumann-Hochschule
lernteer den Kompositionsprofessor Günther Becker kennen, der ihn
ermutigte, ein eigenes Ensemble für Neue Musik zu gründen. 1983 als
ensemble neue musik Düsseldorf entstanden (ab 1992 notabu.ensemble)
spielte es 1984 zum ersten Mal in der Tonhalle und war seitdem fester
Bestandteil der Konzertplanung. Besonders sind mir die Festivals ‚Europa
ohne Grenzen‘ bzw. ‚Ohren auf Europa‘ in Erinnerung, die jeweils von
einem namhaften Komponisten kuratiert wurden. Auf diese Weise schafften
es Heinz Holliger, Wolfgang Rihm und Beat Furrer nach Düsseldorf und bei
der letzten Ausgabe 2013 durfte mit Kaija Saariaho sogar eine
Komponistin das Ruder übernehmen. Düsseldorf ist
keineNeue-Musik-Hochburg, aber Schlingensiepen und seinemEnsemble gelang
es, mit der Tonhallen-Reihe ‚Na hör‘n Sie mal….!‘ ein treues Publikum um
sich zu scharen. Eine wichtige Rolle spielten dabei die
Konzerteinführungen, die ihn als nahbaren, engagierten Menschen zeigten
und immer Lust auf die Musik machten. Hier wie auch im Umgang mit dem
Ensemble spürte man, was die Musiker und Musikerinnen bestätigen: seine
menschliche, respektvolle Art. ‚Er hat nie geschimpft‘, bekommt man zu
hören und immer wieder fällt das Wort Vertrauen. Kooperationsprojekte
mit dem DoelenEnsemble Rotterdam (Berios /Coro/), dem SpectraEnsemble
Gent und dem Schweizer Ensemble L’art pour l’Aar und damit verbundene
Konzertreisen führten über die heimischen Grenzen hinaus, aber die
internationale Karriere stand nie im Vordergrund. Vielleicht war
Schlingensiepen dafür zu bescheiden, was sich auch daran zeigte, dass
er, obwohl selbst als Komponist tätig, selten eigene Werke
programmierte. Das sollte in seinem Geburtstagskonzert, bei dem mit 25
Mitwirkenden fast das gesamte Ensemble anwesendwar, endlich anders sein
und vor allem sollten die verschiedenen Facetten seines Schaffens hörbar
werden. In der /fantasteria/-Reihe verknüpft er ernsthafte Botschaften
(z.B. Kritik am Maschinenwesen und eine Bezugnahme auf das Grundgesetz)
mit einem verspielten, humorvollen Ansatz undbringt Toypianos, diverses
Equipment und szenische Elemente zum Einsatz. /..//und dann/ist selbst
ein Requiem. Es entstand in Erinnerung an Wolfgang Rihm und greift eine
Besetzung auf (Trompete, Akkordeon, Schlagzeug, Harfe, Klavier und
Kontrabass), die Rihm bei einem Stück für das notabu.ensemble verwenden
wollte; ein Stück, das er nicht mehr zur Ausführung brachte. Auf der
Basis einer klaren Struktur, bei der sich die Anklänge sukzessive
verkürzen und die Nachklänge verlängern, entsteht ein ruhig atmender
Duktus, dem eine gewisse Schwermut anhaftet. /Canto della vita di tutti
i giorni/für Horn und Streichquartett reagiert ebenfalls auf Todesfälle
im nahen Umfeld, in energievoller und konzentrierter Weise, wobei
nebenbei ein Bachchoral aufscheint. Und auch in dem Ensemblewerk /Der
Tanz ums goldene Kalb oder die Überforderung der Propheten, /das sich
mit der Ambivalenz großer Gestalten und großer Botschaften befasst,
schwingt der Pfarrerssohn mit.
Wie geht es jetzt weiter? Das nächste Konzert der Reihe ‚Na hör‘n Sie
mal..!‘ am 17.6.
<https://www.tonhalle.de/veranstaltung/na-hoern-sie-mal/17638-na-hoern-sie-m…>
steht unter dem Motto ‚Trauerarbeit und Visionen‘ und verknüpft
Schlingensiepens Akkordeonstück /Zeichnungen I-III/ mit Messiaens
/Visions de l'Amen. /In der nächsten Spielzeit der Tonhalle wird die
Reihe mit dem notabu.ensemble wie gewohnt fortgesetzt, während das
Ensemble sich gleichzeitig neu orientieren und nach einer neuen Leitung
Ausschau halten muss. Doch die Lücke, die Mark-Andreas Schlingensiepen
hinterlässt, wird noch lange spürbar sein. (Anlässlich seines 70.
Geburtstag ist unter dem Titel /Stationen einer Ära/ eine umfangreiche
Festschrift erschienen.)
*[Termine im Juni]*
*Köln*
*In der Philharmonie <https://www.koelner-philharmonie.de/de> stehen das
Belcea Quartet <https://www.belceaquartet.com/> mit einem neuen Werk von
Brett Dean <https://www.boosey.com/cr/composer/Brett+Dean> am 8.6.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/belcea-quartet/4711>,
die WDR-Reihe 'Musik der Zeit
<https://www1.wdr.de/orchester-und-chor/sinfonieorchester/konzerte/termine/m…>'
mit Uraufführungen von Anda Kryeziu <https://www.andakryeziu.com/> und
Alex Paxton <https://alexpaxtonmusic.com/> am 19.6.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/musik-der-zeit-hotpink/4879>
und die Musikfabrik <https://www.musikfabrik.eu/de/> mit einem Konzert
anlässlich des 100. Geburtstags von Hans Werner Henze am 22.6.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/barbara-kozelj-ensemble-mus…>
auf dem Programm.**Auch beim 97. WDR-Konzert der Musikfabrik
<https://www.musikfabrik.eu/de/> am 20.6.
<https://www.musikfabrik.eu/de/kalender/musikfabrik-im-wdr-97/> steht
Henze im Mittelpunkt, **außerdem findet am**8.6.
<https://www.musikfabrik.eu/de/kalender/montagskonzert-quartet-100/> ein
Montagskonzert statt, am 13.6.
<https://www.musikfabrik.eu/de/kalender/studio-musikfabrik-tanz-und-musikthe…>
kooperiert das Studio Musikfabrik mit der Rheinischen Musikschule **und
am 6.6.
<https://www.musikfabrik.eu/de/kalender/koelner-chaos-orchester-parade/>
zieht das Chaos Orchester durch **Köln**. In der Alten Feuerwache
<https://altefeuerwachekoeln.de/> erwarten uns das Collide Quartett
<https://www.collidequartett.com/> am 13.6., ein Porträtkonzert Carter
Williams <https://carterwilliams.us/wp2025/> am 14.6. und das Ensemble
Garage <https://ensemblegarage.de/> am 28.6. **B**ei o-ton
<https://o-ton.koeln/aktuelles/> **stehen **H**übschs **/The Theory of
Everything/****am 1.6.
<https://o-ton.koeln/konzert-mo-1-6-26-huebschs-weltformel-the-theory-of-eve…>
und das catinblack ensemble <https://www.catinblackensemble.com/> am
14.6.
<https://o-ton.koeln/matinee-konzert-so-14-6-2026-1130h-roots-of-possibility…>
auf dem Programm, die Konzertreihe ritual <https://ritual-music.de/>
wird a**m **1.6. fortgesetzt **und****im Stadtgarten
<https://www.stadtgarten.de/> sind Anushka Chkheidze
<https://www.anushkachkheidze.com/> und Jannis Carbotta
<https://www.janniscarbotta.com/> am 2.6.
<https://www.stadtgarten.de/programm/talking-kaput-19-zwischen-klanginstalla…>
und das eos chamber orchestra <https://eos-orchestra.org/de> am 21.6.
<https://www.stadtgarten.de/programm/eos-chamber-orchestra-feat-theresia-phi…>
zu Gast. **D**ie Plattform nicht dokumentierbarer Ereignisse
<https://platformcologne.com/> kündigt das Trio TAU (Tiziana Bertoncini,
Angelika Sheridan und Ute Wassermann**) **für den**7.6. **an**, in der
Kunststation Sankt Peter
<https://www.sankt-peter-koeln.de/wp/musik/ubersichtseite-musik/>
erwartet uns **–**neben Lunchkonzerten am **6., 13., 20. **und **27.6. –
**am 11.6. **ein Konzert im Rahmen des **Romanische**n**Somme**rs*
<https://www.romanischer-sommer.de/>*, **am 13.6.
<https://e-mex.de/konzerte/remember-james-saunders-1946-1996-2026/> und
14.6.
<https://e-mex.de/konzerte/remember-james-saunders-1946-%C2%B7-1996-%C2%B7-2…>
erinnert das E-Mex-Ensemble <https://e-mex.de/> an den Choreographen
James Saunders
<https://www.deutsches-tanzarchiv.de/archiv/nachlaesse-sammlungen/s/james-sa…>,
**die Hochschule für Musik und Tanz <https://www.hfmt-koeln.de/>
veranstaltet am 25.6.
<https://www.hfmt-koeln.de/aktuelles/veranstaltungen/25-06-2026-klassenabend…>
einen Klassenabend mit elektronischer Musik, in der Galerie Lindemann
**gastieren Mathieu Sylvestre **und **Pas Musique**das **am 12.6.
<https://kgnm.culturebase.org/de_DE/konzertkalender/gallery-concert-21-mathi…>
und das **trio in feral am 27.6.
<https://kulturserver-nrw.de/en_EN/events/divergenz-konvergenz-trio-in-feral…>
**und die reiheM <https://www.reihe-m.de/> präsentiert am 30.6.
<https://www.reihe-m.de/?p=6097> Karen Willems und Adomas Palekas.
*Einblicke in die freie Szene bekommt man bei *ON Cologne
<https://www.on-cologne.de/>**und **Noies <https://noies.nrw/>**, der
Zeitung für neue und experimentelle Musik in NRW, jeden 1. und 3.
Mittwoch im Monat wird d**ie **Ebertplatz**passage**von der Reihe
**Bruitkasten <https://www.impakt-koeln.de/>**bespielt**, **jeden 2. und
4. Dienstag im Monat sendet****FUNKT
<https://www.gerngesehen.de/funkt/?page_id=618>**ein Radioformat mit
Elektronik und Klangkunst aus Köln **und jeden letzten Mittwoch im Monat
findet die **Soirée Sonique <https://ltk4.de/termine/>**im **LTK4
<https://ltk4.de/>**statt**. Fast täglich gibt es interessante Konzerte
im **Loft <https://www.loftkoeln.de/de/programm/> **(z. B. das
Wuppertaler Improvisationsorchester am 12.6.) **und****w**eitere Termine
und Infos finden sich bei **kgnm <https://kgnm.de/>**, **Musik in Köln
<https://www.musik-in-koeln.de/>**und****impakt
<https://impakt-koeln.de/kalender.html>****sowie **Veranstaltungen mit
Jazz und improvisierter Musik bei **Jazzstadt Köln
<https://jazzstadtkoeln.de/de_DE/home>**.***
*Ruhrgebiet*
*D**a**s **Festival **Blaues Rauschen
<https://blauesrauschen.de/de/start-de/>****beglückt**noch**bis zum
**12.6. das Ruhrgebiet mit digitalen Soundexperimenten, elektronischer
Musik, Performance und Installationen **und ist u.a. im **domicil
<https://www.domicil-dortmund.de/programm-details/blaues-rauschen-festival-2…>**,
im **Lokal Harmonie
<https://www.lokal-harmonie.de/termine/eventeinzelheiten/11338/-/blaues-raus…>**,
im **Makroscope
<https://www.makroscope.eu/programm/blaues-rauschen>**und im **Rabbit
Hole Theater <https://rabbithole-theater.de/konzert/#blauesrauschen>**zu
Gast.*
*Das*****Bochumer*****Kunstmuseum
<https://www.kunstmuseumbochum.de/>****lädt anlässlich der derzeitigen
großen **Fluxus-Schau
<https://www.kunstmuseumbochum.de/ausstellung-veranstaltung/details/how-we-m…>**am
6.6. zu **Klangbildern
<https://www.bochum.de/Pressemeldungen/12-Mai-2026/-Klangbilder-26--im-Kunst…>**mit
improvisierter Musik ein und die****Bochumer Tage für Neue Musik
<https://kulturraum-melanchthonkirche.de/bochumer-tage-fuer-neue-musik/>**in
der **Melanchthonkirche <https://kulturraum-melanchthonkirche.de/>**,
**die sich **in diesem Jahr **mit dem anderen Amerika befassen, werden
noch bis zum 21.6. fortgesetzt.*
*Das **Part-Ensemble <https://part-musik.de/>**gastiert am **3.6.
<https://www.parzelledortmund.de/2026/04/19/part-ensemble-refugium/>**in
der ***Dortmunder*****parzelle
<https://www.parzelledortmund.de/>**,**die **Konzerthaus
<https://www.konzerthaus-dortmund.de/de>**-Reihe ‚Kopfnoten‘ befasst
sich am **8.6.
<https://www.konzerthaus-dortmund.de/de/programm/08-06-2026-kopfnoten-eine-k…>**mit
Epochen und Stilen des 20. und 21. Jahrhunderts **und i**m **domicil
<https://www.domicil-dortmund.de/>**erwarten uns **The Dorf
<https://thedorf.net/index.php?section=Start>**am **18.6.
<https://www.domicil-dortmund.de/programm-details/the-dorf-11955.html>**und
eine Veranstaltung im Rahmen der **International Pynchon Week
<https://anglistik.kuwi.tu-dortmund.de/ipw26/>**am **19.6.
<https://www.domicil-dortmund.de/programm-details/konzert-tu-dortmund-11882.…>*
*Im ***Duisburger***Ableger der **Folkwang Universität
<https://www.folkwang-uni.de/home>**erklingt am **15.6.
<https://www.folkwang-uni.de/home/hochschule/veranstaltungen/veranstaltungen…>**neue
Musik für Blockflöte, Marimba und Cembalo.*
*In der ***Essener*****Neue Musik Zentrale
<https://www.gnm.ruhr/>****s**tehen ein Treff mit Owen Gardner am 6.6.,
das Duo Matmos am 23.6. und die Improvisationsreihe FRIM am 9. und 24.6.
auf dem Programm. Meredith Monk ist zurzeit Inhaberin der **Pina Bausch
Professur
<https://www.folkwang-uni.de/home/hochschule/personen/pina-bausch-gastprofes…>**.
Am **4.6.
<https://www.museum-folkwang.de/de/presse/magierin-der-stimme-meredith-monk-…>**kann
man sie im Folkwang Museum erleben und am **14.6.
<https://www.folkwang-uni.de/home/hochschule/veranstaltungen/veranstaltungen…>****findet
in der Folkwang Universität ein öffentlicher Showcase statt. Das
Institut für Computermusik und elektronische Medien (**ICEM
<https://www.folkwang-uni.de/home/musik/icem/>**) bietet am 18.6. eine
Ex-Machina-Vorlesung an und veranstaltet vom **22.6.
<https://www.theater-essen.de/programm/kalender/park-sounds-1-156026/3235/>**bis
26.6. zusammen mit der **Philharmonie
<https://www.theater-essen.de/philharmonie/>**die Park Sounds. **Das
**Ensemble S201 <https://www.ensemble-s201.com/>**feiert am 19.6. seinen
10. Geburtstag und **The Dorf
<https://thedorf.net/index.php?section=Start>**zelebriert am 21.6. auf
der Schurenbachhalle die Sommersonnenwende.*
*Am **9.6.
<https://www.irgenddorf.de/termine-aktionen/yeah-improvised-music-simon-cama…>**trifft
**Simon Camatta <https://simoncamatta.yolasite.com/>**im
***Gelsenkirchener***irgendDorf auf **Luise Volkmann
<https://luisevolkmann.com/>**.*
*Im **Makroscope <https://www.makroscope.eu/>**in ***Mülheim an der
Ruhr*****w**erden am 26.6. die **Mu**h**lheimer Zongtage*
<https://zongtage.net/>*eröffnet. **Weiter geht es am 27.6. in der
Mülheimer Gartenschau.*
**Düsseldorf**
*Kunsu Shim <https://www.kunsu-shim.de/>****und****Gerhard Stäbler
<https://gerhard-staebler.de/pages/intro.php>****gestalten am 2.6. im
Malkasten ein Wandelkonzert. **D**ie **13. Klangräume
<https://www.klangraum61.de/klangraume>**starten mit Konzerten am 4.6.
in der Neanderkirche und am 28.6. in der Bergerkirche **und loben
außerdem zum 100. Todestag von Rainer Maria Rilke einen
**Kompositionswettbewerb <https://www.klangraum61.de/contest>**aus
(Einreichungen sind bis 15.9.26 möglich). **Beim langen Tag der
zeitgenössischen Musik der **Robert Schumann Hochschule
<https://www.rsh-duesseldorf.de/>**am **13.6.
<https://www.rsh-duesseldorf.de/veranstaltungen/details/2026-06-13-open-form…>****wirkt
**als aktuelle**s**Residence-Gastensemble **catinblack
<https://www.catinblackensemble.com/>**mit und ebenfalls am **13.6.
<https://irenekurka.de/events/singing-future-langsaiten-von-bernd-bleffert>**hat
**Irene Kurka <https://irenekurka.de/>**in ihrer Reihe ‚Singing Future‘
**den Trompeter **Nathan Plante <https://www.nathanplante.de/>****zu
Gast. Im **Weltkunstzimmer
<https://weltkunstzimmer.de/>**erwarte**n**uns kollektive Improvisation
mit Louretta & Dr. Schmitt am **13.6.
<https://weltkunstzimmer.de/unheard-mit-louretta-dr-schmitt/>**und das
**Festival of Butoh
<https://weltkunstzimmer.de/ghost-5-festival-of-butoh-sound-and-vision/>**,
Sound and Vision, vom 19.6. bis 12.7. **Im Konzert des
**notabu.ensembles <https://www.notabu-ensemble.de/>**in der **Tonhalle
<https://www.tonhalle.de/>**erklingt am **17.6
<https://www.tonhalle.de/veranstaltung/na-hoern-sie-mal/17638-na-hoern-sie-m…>**.
Musik von Messiaen und Mark-Andreas Schlingensiepen **und
e**xperimentelle improvisierte Musik kann **man****regelmäßig**im
Subsol, dem Raum für creative Extravaganzen, erleben.*
*Sonstwo*
In der *Aachener*Raststätte <https://raststaette.org/>erklingtam
Synthesizer Jam, der Aachener Ableger der Kölner Hochschule für Musik
und Tanz <https://www.hfmt-koeln.de/> veranstaltet am 16.6.
<https://www.hfmt-koeln.de/aktuelles/veranstaltungen/16-06-2026-neue-musik-a…>
einen Neue-Musik-Abendund die Gesellschaft für zeitgenössische Musik
Aachen <https://www.gzm-aachen.de/> kündigt die Reihe 'Hören und
Sprechenüber Neue Musik' am 5.6.
<https://www.gzm-aachen.de/hoeren-und-sprechen-ueber-john-luther-adams-2-2-2…>
und moderne Kammermusik am 20.6.
<https://www.gzm-aachen.de/eskapaden-iii-2-2/> an. Im Ludwig Forum ist
noch bis zum 20.9. eine Ausstellung der Klangkünstlerin Christina Kub
<https://christinakubisch.de/>isch <https://christinakubisch.de/>zu
hören und zu sehen (/The Emergence of Sound/
<https://ludwigforum.de/event/christina-kubisch-the-emergence-of-sound/>).
Zum Rahmenprogramm gehören auch Electrical Walks, Führungen und Workshops.
Die *Biel**e**felder*Cooperativa Neue Musik
<https://cooperativaneuemusik.de/>veranstaltet monatlich einenJour fixe
<https://cooperativaneuemusik.de/verein/jour-fixe/> und in der
Zionskirche <https://www.zionsgemeinde-bethel.de/.cms/112>erklingt am
7.6. Chormusik und am 14.6. neue Musik mit dem Ensemble Earquake.
Die In Situ Art Society <https://in-situ-art-society.de/>präsentiert im
Rahmen der Reihe ‚The Dissonant Series‘ im *Bonner*Dialograum Kreuzung
an St. Helena <https://kreuzung-helena.de/home/>eine Hommage an Theo
Jörgensmann am 4.6., Maria de Alvears <https://www.mariadealvear.com/>
/Baum/am 7.6. und Subsystem & Casey Moir am 17.6. und am 27.6.
kommenanlässlich des 100. Geburtstags von György Kurtág seine
/Kafka-Fragmente/zur Aufführung.
Die *Detmolder* Hochschule für Musik <https://www.hfm-detmold.de/>
veranstaltet am 28.6. einen gemeinsamen Vortragsabend für Alte und Neue
Musik.
*In der ***Krefelder*****Kirche Pax Christi erklingen am 21.6.
<https://pax-christi-krefeld.de/veranstaltung/Orgel-Improvisation-Eva-Maria-…>
Orgel-Improvisation**en**von Eva Maria Houben <https://evamariahouben.de/>.*
*In einem Werkstattkonzert <https://www.klangraum61.de/werkstatt> im
***Mönchengladbacher***BIS- Zentrum präsentiert das ART Ensemble NRW am
6.6. unter dem Titel **/… den Sieg/****/verfehlen /**ein pazifistisch,
satirisches Programm.*
*Das **Studio für Neue Musik
<https://www.musik.uni-siegen.de/studio_fuer_neue_musik/?lang=d>**der
Universität ***Siegen ***veranstaltet am **25.6.
<https://www.musik.uni-siegen.de/studio_fuer_neue_musik/veranstaltungen/25_2…>**ein
Konzert mit dem **Duo Miro**.*
*Im ***Wuppertaler*****ort
<https://www.kowald-ort.com/>****stehen****V**iola d’amore **jetzt*
<https://annegretmayerlindenberg.com/projekte/viola-damore-jetzt/>***mit
Annegret Mayer-Lindenberg **am **10.6.
<https://www.kowald-ort.com/termine-2026/kammer-10-6-2026/>**, **die
Reihe ‚all female‘ mit Fabiana Galante und **Ute Völker
<http://www.utevoelker.de/>**am **18.6.
<https://www.kowald-ort.com/termine-2026/female-18-6-2026/>**und Live
Paths mit dem Vabali Quartet, Nawab Khan, the Mantra und Gunda
Gottschalk am **27.6.
<https://www.kowald-ort.com/termine-2026/ausserderreihe-27-6-2026/>****auf
dem Programm **und die Reihe ‚unerhört‘ serviert am **19.6.
<https://kgnm.culturebase.org/de_DE/konzertkalender/unerhoert-sichtbar.18007…>**Astronautenküche.*
Weitere Termine mit improvisierter Musik finden sich bei NRWJazz
<https://nrwjazz.net/>.
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können Sie sie auch hier lesen:
https://kulturserver-nrw.de/de_DE/gazette-neue-musik-in-nrw-ausgabe-mai-2026
<https://kulturserver-nrw.de/de_DE/gazette-neue-musik-in-nrw-ausgabe-mai-2026>
*Mai 2026*
*
*
*Gewesen:*Festival Orbit in Köln – Wittener Tage für Neue Kammermusik
*Angekündigt: *Eigenzeit in Duisburg – Tage für Neue Musik in Bochum –
Klangzeit_Werkstatt in Münster – Opernpremieren in Aachen, Köln und
Dortmund u.v.a.m.
*(möchten Sie diese Gazette monatlich neu per E-Mail erhalten? Dann
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<mailto:neuemusik-join@list.kulturserver-nrw.de>*)*
*[Festival Orbit in Köln]*
Am letzten Aprilwochenende hatten Fans zeitgenössischer Musik die Qual
der Wahl. Während die Tage für Neue Kammermusik
<https://wittenertage.de/> in alter Tradition nach Witten lockten, ging
in Köln Orbit <http://orbit.cologne/>, das Festival für neues
Musiktheater, über die Bühne. Als langjährige Wittenbesucherin habe ich
nicht lange überlegt, aber mit Bedauern. Denn angesichts der Tatsache,
das experimentelle Ansätze es an den großen Opernhäusern immer schwerer
haben, ist ein Festival wie Orbit Gold wert. Das von Christina C.
Messner <https://www.christinamessner.com/> und Sandra Reitmayer
<https://www.sandrareitmayer.com/> kuratierte Festival geht – nach Spark
2022 <https://spark.cologne/> und Orbit 2024
<https://orbit2024.spark.cologne/> – bereits in die dritte Runde und
hatte diesmal sieben Produktionen im Gepäck.
Immerhin konnte ich den Auftakt am 23.4. mit einer Aufführung von
/Gefängnis ohne Mauern, Schiff ohne Meer/
<http://orbit.cologne/productions/gefaengnis-ohne-mauern-schiff-ohne-meer/>
miterleben. Philipp C. Mayer <https://philippchristophmayer.com/>
beschäftigt sich in seinen /Tablaux Morts/ mit Jean Genet, einem
französischen Schriftsteller, der die kulturelle Szene – von Cocteau bis
Sartre wurde er geschätzt und gefördert – nicht zuletzt wegen seiner
aufwühlenden Biographie faszinierte. Als Fürsorgezögling,
Militärangehöriger, Homosexueller und Krimineller (Diebstahl,
Landstreicherei, Desertion) verfügte er über Street-Credibility wie kein
zweiter, hatte mit seiner bildreichen Sprache aber auch literarisch
einiges zu bieten. Ausgehend von seinen persönlichen Erfahrungen
befasste Genet sich oft auf direkte und drastische Weise mit Themen wie
Sexualität und Gewalt, Fassbinder ließ sich von einem seiner Romane zu
seinem Film /Querelle /inspirieren/. /Im Vergleich dazu nähert sich
Mayer seinem Protagonisten auf zurückhaltende Weise, vieles bleibt
Andeutung, Geste, will zwischen den Zeilen gelesen werden. Schon beim
Betreten des Saales sehen wir die Musiker und Musikerinnen des Ensemble
Garage <https://ensemblegarage.de/> in schwer deutbare Handlungen
vertieft. Wir sehen sie falten, reiben, wischen und lecken, als folgten
sie selbstversunken einem zwanghaften Ritual. Max Kurth
<https://orbit.cologne/artists/max-kurth/> als Sprecher bringt das
Geschehen in Gang, doch in seiner unprätentiösen Art ist er gerade kein
Genetwiedergänger, sondern bleibt auf eigenwillige Weise ungreifbar. Von
Zwischentiteln werden wir durch die einzelnen Szenen geleitet, die auf
Genets Leben und Werk Bezug nehmen und sich in der Regie von Miriam Götz
<https://miriam-goetz.de/About/> und dem Bühnenbild von Jan Patrick
Brandt <https://janpatrickbrandtsite.wordpress.com/> zu einprägsamen
Bildern verdichten. Ein beleuchteter Quader, in dem Kurth die Wände
abtastend nach einem Ausweg sucht, während er seine Erlebnisse in der
Erziehungsanstalt Mettray schildert, wirkt transparent und hermetisch
zugleich, wie das titelgebende Gefängnis ohne Mauern. Dazu erklingt eine
fragmentierte, geräuschhafte Musik, eine Musik auf der Suche, die sich
manchmal zwitschernd und schnatternd verdichtet und dann wieder
verliert. Neben dem im Hintergrund erhöht postierten Leuchtkasten wird
die Bühne von vier großen Leuchtgloben bestimmt, die flexibel eingesetzt
werden. Die auf sie projizierten, übergroßen, verzerrten Gesichter des
Protagonisten verweisen auf die Vielfalt und die Ungreifbarkeit der
eigenen Identität. In einer Szene, in der Genet von Journalisten befragt
wird, dienen sie diesen als Köpfe. So scheint jeder in seiner Welt
gefangen und Verständigung und Verständnis unmöglich. Genets
vagabundierender Fantasie folgen wir in seiner Imagination eines
Toilettenhäuschens, dessen Verwesungsgerüche intensive
Kindheitserinnerungen aufrufen und das schließlich zu einem Beichtstuhl
mutiert, während schrille Sirenenklänge und kurze Steicher- und
Bläserfloskeln Akzente setzten. Als der Protagonist die Liebe zu einem
Mörder beschwört, bäumt sich die Musik kurzzeitig auf, verknäult sich zu
einem schmerzhaften Chaos, um dann einem Monolog in aller Stille Raum zu
geben. Er handelt von Harcamone, einer Figur aus Genets Roman /Wunder
der Rose/. Der auf seine Hinrichtung wartende Mörder wird zur
übergroßen, mythischen Gestalt. Seine Richter und Henker dringen in
seinen Körper ein, erreichen die Herzkammer, deren mystische Rose sie in
einem Rausch der Entweihung zerpflücken – und können ihm doch nichts
anhaben. Nach dieser überbordenden Vision lebt er in den Trümmern
weiter, die in zarten Klanggesten verebben.
*[Wittener Tage für Neue Kammermusik]*
Seit November 2025 hat der WDR nach dem kurzen Gastspiel von Patrick
Hahn mit Anselm Cybinski einen neuen Redakteur für zeitgenössischeMusik.
Bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik
<https://www1.wdr.de/radio/wdr3/musik/wittener-tage-2026-100.html>konnteer
sich einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen, das Programm selbst
warjedoch aufgrund der langen Vorlaufzeiten noch von seinemVorgänger
konzipiert worden. 2025 hatte Hahn mit neuen Formaten und neuen
Gesichtern einiges ausprobiert (was an sich begrüßenswert ist), war
jedoch weitgehend gescheitert. Zu beliebig, zu trashig, zu viel
Entertainment und Eskapismus lauteten die Vorwürfe, das Wittener
Publikum war überwiegend not amused und man wähnte schon das Ende der
Neuen Musik gekommen. Beim Blick ins diesjährige Programmheft entstand
derEindruck einer Kehrtwende um 180°. Mit Klangforum Wien, Basel
Sinfonietta, Quatuor Diotima, IRCAM und SWR Experimentalstudio waren
große Namen der traditionellen Neue Musik-Szene vertreten und mit dem
Motto ‚Gegenwart. Unentrinnbar‘ schien zugleich eine neue
Ernsthaftigkeit Einzug zu halten. Die diesjährige Portraitkomponistin
Chaya Czernowin <https://www.chayaczernowin.com/> warhierfür eine
geeignete Protagonistin, denn aufgrund ihres biographischen
Hintergrundes (geboren in Israel, aktuellProfessorin in Harvard) kann
sie der Gegenwart tatsächlich nicht entrinnen und sie ist bereit, klare
Worte zu wählen. Obwohl ihrem Heimatland verbunden, übt sie deutliche
Kritik an der Regierung Netanjahu und schreckt vor der Nennung Gazas und
der durch israelische Militäraktionen verursachtenOpfer nicht zurück.
Ihre Haltung spiegelt sich auch in ihren Werken, am offensichtlichsten
in /No! A Lament for the Innocent/, das im Konzert mit dem WDR
Sinfonieorchester
<https://www1.wdr.de/orchester-und-chor/sinfonieorchester/index.html> in
einer Version mit Zuspielband zur Aufführungkam und auf die
Kindertrennungen unter Trump Bezug nimmt. In einem langen Prozess
entwickelt die Stimme (Sofia Jernberg
<https://www.doreenlutz.com/de/artists/jernberg-sofia?privacy-accept=necessa…>)
aus einem zunächst diffusenLaut und unter Einbindung von Atemgeräuschen,
die durch Mikrofonierung wie vergrößert wirken, ein ‚No!‘, das sich
schließlich in einem Schrei artikuliert und erst ganz zum Schluss in den
Satz ‚Don‘t take my child away’ mündet. Dieser Prozess wird durch eine
aufwühlende, düster-bedrohliche Klangsprache des Orchesters dramatisch
aufgeladen und durch die Zuspielung gespiegelt und in den Raum
projiziert. Das Werk ist dadurch ein eindrucksvolles Beispiel für die
schwierige Gratwanderung zwischen dem Wunsch nach emotionaler
Direktheitund der Gefahr der pathetischen Überhöhung. Das Zusammenwirken
von Live-Musik und Elektronik ist auch für zwei weitere ihrerWerke
konstitutiv. In /Shu Hai Practices Javelin /wird die Altistin Noa
Frenkel <https://www.noafrenkel.com/> in einer eindringlichen
Solo-Performance von ihrer eigenen Stimme heimgesucht. Als handele es
sich um eine dissoziative Persönlichkeit durchläuft sie lockend,
klagend, teils abrupt wechselnd, unterschiedliche Emotionszustände, die
zusätzlich elektronisch reflektiert und vervielfältigt werden. In
/Seltene Erde: Alchimia Communicationis/trittder Kontrabass (Evan
Hulbert <https://www.klangforum.at/ensemble/evan-hulbert?>) in Dialog
mit seinem vom Band zugespielten Alter Ego undmit dem Ensemble
(Klangforum Wien <https://www.klangforum.at/>). Das Ergebnis ist ein
aufwühlender, kontrastreicher Prozess, der aus den Tiefen des Klangraums
aufsteigend phasenweise fast versiegt und schließlich in eine
apokalyptische Stimmung mündet.
Beiihrem neuen Werk /The Redheaded Man/, einem gemeinsam mit dem
Ensemble hand werk <https://ensemble-handwerk.eu/> erarbeiteten
Musiktheater, schlüpfte Czernowin erstmals in die Rolle der Regisseurin.
Zugrunde liegen kurze Texte von Daniil Charms, die in ihrer nüchternen
Absurdität die Verrücktheit der Welt abbilden: ein sich in Nichts
auflösender Mann, über den man nicht einmal mehr sprechen kann, ein
anderer, der schlafen will, aber nicht kann, jedenfalls nicht so wie
geplant; selbst die Mathematik hat ihre Verbindlichkeit verloren. Dazu
sehen wir Personen auf der Durchreise, Koffer, Abschiedsszenen, die
Lichter einer Lok richten sich grell ins Publikum und Dampf drückt die
Beteiligtenwie bei einem Gasangriff zu Boden. Die gesprochenen Texte,
die szenische Umsetzung und die musikalischen Passagenführen ein
gewisses Eigenleben und spiegeln so gleichfallsdie Disparatheit einer
Welt, der man bestenfalls noch mit Humor begegnen kann. Die Mitglieder
des Ensemble hand werk waren mit Engagement bei der Sache und entgingen
trotzdem nicht einem Grundproblemderartiger Unternehmungen: Musiker und
Musikerinnen sind von Haus aus keine Schauspieler und Schauspielerinnen
und Komponistinnen keine Regisseurinnen. Die Aufführung wirkte dadurch
stellenweise etwasunausgegoren.
Im Konzert mit dem Klangforum Wien kam auch ein neues Werk von Márton
Illlés <https://www.martonilles.com/> zur Aufführung. /Four Sketches/
hebt an mit einem überbordenden Wimmern, Fiepen, Schnattern, Meckern und
Plappern, als habe man sich in eine wahnwitzige Menagerie verirrt. Nach
einer Phase der Beruhigung, in der gedehnte Klänge wie Kometen durch den
Raum huschen, kehrt die anfängliche Quecksílbrigkeit zurück. Eine
wesentliche Rolle spielt dabei die Live-Elektronik (IRCAM), die nicht
als Fremdkörper wirkt, sondern die Klänge organisch erweitert und mit
ihnen verschmilzt. Trotz einer gewissen Überlänge ein gelungenes Stück.
Weniger überzeugend waren die Konzerte der beiden anderen großen
Formationen. Die Basel Sinfonietta
<https://www.baselsinfonietta.ch/index.php> hatte unter der Leitung von
Titus Engel deutsche Erstaufführungen im Gepäck. In Amen Feizabadis
<https://amenfeizabadi.com/> /Ungezähmter Fluss /wird Noa Frenkels
warme, deklamierende Altstimme von hochaufschäumenden Orchesterwogen,
rhythmischen Attacken und gelegentlich raunender Stille untermalt und
Golfam Khayam <https://www.golfamkhayam.com/> versinkt in /Seven Valleys
of Love/ gänzlich in sentimental schwelgendem Geigensound.
Das WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Yalda Zamani brachte
neben Czernowins /No!/ /Two Pieces for Orchestra and Electronics/ von
Øyvind Torvund <https://oyvindtorvund.com/concerts/index.html> zur
Aufführung, in dem er Versatzstücke der romantischen Orchestersprache
immer wieder anbranden und sich totlaufen lässt. Dazu blubbert es aus
den Lautsprechern. Ich hielt dies zunächst für ein ironisches Statement,
was noch ganz witzig gewesen wäre, aber mein Sitznachbar meinte, ich
solle mir da nicht so sicher sein. Mit Dai Fujikuras /Ritual/, das er
als Anti-Boulez-Stück konzipiert hat, konnten wir uns immerhin von der
Romantik bis zum Impressionismus vorarbeiten.
Interessanter fand ich die kammermusikalischen Beiträge, denen die
Wittener Tage immerhin ihren Namen verdanken. Das Quatuor Diotima
<https://quatuordiotima.fr/en/home/> hob neue Steichquartette von Dmitri
Kourlianski <https://www.kourliandski.com/> und Christian Mason
<https://www.christianmason.net/> aus der Taufe. Kourlianski befasst
sirch in /Partially Restored Landscapes/ mit kodierten Radiosignalen und
übersetzt sie in ein klar konturiertes Muster, das leicht variiert
wiederholt wird. Schnell glaubt man das Prinzip erkannt zu haben, als
ein anfangs noch kaum greifbares Murmeln für Irritation sorgt. Die
Musiker scheinen wie Bauchredner aus ihren Instrumenten zu sprechen und
das eben noch so überschaubare Feld wird zu einer individuell
aufgeladenen Landschaft, die sich dem eindeutigen Zugriff entzieht.
Mason verwendet in /Towards a not yet remembered //p//ast /Musik seiner
mittelalterlichen Lieblingskomponisten als ‚Möglichkeitskeime‘. Was als
interessantes Spiel aus sanft anbrandenden Harmonien, abrupten
Schnitten, harschen Rhythmen, eleganten melodischen Linien und virtuosen
Ausbrüchen beginnt, endet jedoch, nachdem die Ecken und Kanten rasch
abgeschliffen sind, in allzu konventionellen Bahnen.
Das Trio Abstrakt <https://trioabstrakt.com/> benötigt für Alberto
Posadas Werk /Kintsukuroi/ ein umfangreiches Equipment, zu dem unter
anderem eigenwillige Styroporkonstruktionen gehören. Dabei ist die
zugrundeliegende Idee ganz schlicht: Kintsukuroi bedeutet ‚mit Gold
reparieren‘ und bezeichnet eine japanische Technik, bei der beschädigte
Keramik mit kostbaren Materialien wie Gold oder Silber repariert wird.
Die Schadstelle wird dadurch anstatt kaschiert sichtbar gemacht und die
Objekte erhalten Individualität und eine besondere Wertigkeit. Posada
verbindet mit viel Erfindungsreichtum die ‚edlen‘ Instrumente mit
Alltagsgegenständen, erliegt jedoch nicht dem Überfluss der
Möglichkeiten sondern konzentriert sich auf die einzelnen Klänge, die er
gewissermaßen unter die Lupe nimmt. Zu beobachten, wie die drei
Musizierenden in präziser Abstimmung und hochkonzentriert daraus eine
fragile, sensibel interagierende, sich langsam wandelnde Klanglandschaft
gestalten, macht einfach Spaß. Ramon Lazkano <https://lazkano.info/>
bringt in /Uher/ (baskisch für ‚trüb‘) das schon optisch imposante
Bass-Saxofon zum Einsatz, das zu Beginn mit seinem dunklen,
schwerfälligen Klang den Ton angibt. Durch das Klavier kommt die Musik
zunächst in Fluss, gerät aber immer wieder ins Stocken, tastet sich vor
und erkundet verschiedene Formen des Zusammenspiels ohne wirklich
anzukommen. Günter Steinke
<https://www.boosey.com/composer/G%C3%BCnter+Steinke> arbeitet in
/Voltage/ mit kleinen zellulären Gebilden, die er durch den Einsatz von
Live-Elektronik intensiviert und mikrotonal auffächert, droht sich
jedoch in Kleinteiligkeit zu verlieren.
War das jetzt besser als 2025? Konnte das Ende der Neuen Musik noch
einmal abgewendet werden? Gut ist, dass die Musik wieder mehr im
Mittelpunkt stand und dass Fragen gestellt wurden. Welche Funktion Neue
Musik haben kann und soll, wie sie’s mit der Politik hält, ob sie
missionarisch die Welt beglücken und so viel Publikum wie möglich
erreichen muss oder sich ohne schlechtes Gewissen auch mal in ihren
Elfenbeinturm zurückziehen darf, wie viel Traditionsbezug erlaubt und
bekömmlich ist und ob es Neues überhaupt noch gibt, wissen wir natürlich
immer noch nicht. Erst recht nicht, welche Rolle neue Medien und die
allgegenwärtige KI spielen und wie sich das Verhältnis der Generationen
gestalten soll. Doch auch das ist gut, denn im Gegensatz zur Politik
besteht das Privileg der Kunst darin, keine unmittelbar praktikablen
Lösungen präsentieren zu müssen. Daher kann sie sich auch Scheitern und
Sackgassen erlauben, vorausgesetzt sie bleibt nicht darin stecken.
*[Termine im Mai]*
*Köln*
Auch wenn das Achtbrücken-Festival
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/achtbrueckenfestival> im letzten
Jahr zu Grabe getragen wurde, bringt die *Philharmonie
<https://www.koelner-philharmonie.de/de> **zum Monatsbeginn einen **bunt
gemischten **Schwerpunkt mit zeitgenössischer Musik **und hält auch noch
eine Überraschung bereit: 2027 soll das Festival wieder auferstehen und
mit dem Thema 'Stimmen' gibt es auch schon einen Fokus**. **Zum
**diesjährigen **Auftakt ist das Ensemble Modern
<https://www.ensemble-modern.com/> am **1.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/liberation-orchestra-of-inv…>**gemeinsam
mit **der senegalesischen Deggo Band**als Liberation Orchestra of
Inverted Traditions zu erleben. Weiter geht es mit der WDR-Reihe 'Musik
der Zeit
<https://www1.wdr.de/orchester-und-chor/sinfonieorchester/konzerte/termine/m…>'
am 2.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/musik-der-zeit-grape/4870>,
einem Kinderkonzert mit dem Érma-Ensemble <https://erma-ensemble.com/>
am 3.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/kinderkonzert-unerhort/4654>,
ein**em**Abend über Schwarze weibliche Intimität mit dem Ensemble
Resonanz <https://www.ensembleresonanz.com/> und Akua Naru ebenfalls am
3.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/longing-to-tell-a-blues-ope…>,
**der Musikfabrik <https://www.musikfabrik.eu/de/> mit Uraufführungen
<https://www.musikfabrik.eu/de/kalender/koelner-philharmonie-3/> von
Alex Hren <https://alexhren.com/> **und**Żaneta Rydzewska
<https://www.zanetarydzewska.com/bio_pl> am 9.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/cotton-candy-superheroines/…>,
dem Gürzenich-Orchester mit **/Metacosmos/**von Anna Thorvaldsdottir
<https://www.annathorvalds.com/> am 10.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/titan/4968>, 11.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/titan/4969> und 12.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/titan/4970> sowie der
Basel Sinfonietta <https://www.baselsinfonietta.ch/index.php> mit
**/Archora/**von Thorvaldsdottir und einer deutschen Erstaufführung von
Leo Dick <http://www.leodick.info/> ebenfalls am 10.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/basel-sinfonietta/4816>
**Außerdem **stellt das Studio Musikfabrik
<https://www.musikfabrik.eu/de/kalender/studio-musikfabrik-familienfestival-…>****im
**Rahmen des Kölner Familienfestivals 'Sing! Sing! Sing!' am 14.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/zett-emm-excerpts-jugendfes…>
ein**en**Ausschnitt des Jugendfestivals für zeitgenössische Musik und
Tanz 'Zett Emm' **vor**, das WDR-Sinfonieochester bringt am 16.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/zwischen-den-zeilen-schosta…>
Werke von Periklis Koukos und Minas Borboudakis zu Gehör, **in der Reihe
'Rising Stars' **widmen sich **Álfheiður Erla Guðmundsdóttir
<https://www.alfheidurerla.com/> und Kunal Lahiry
<https://www.kunallahiry.com/> am 17.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/rising-stars-alfheiur-erla-…>
de**m Thema Migration, **eine hochkarätige Besetzung mit Aimard,
Widmann, Faust und Queyras ist am 19.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/jorg-widmann-isabelle-faust…>
zu erleben und **das WDR Rundfunkorchester hebt am 29.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/marie-jacquot-sommernachtst…>
ein Werk von Kristine Tjøgersen <https://kristinetjogersen.no/ABOUT> aus
der Taufe (Folgeaufführung am 30.5.
<https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/marie-jacquot-sommernachtst…>)
**In **der****Kunststation Sankt Peter
<https://www.sankt-peter-koeln.de/wp/musik/ubersichtseite-musik/>****erwarten
uns neben den Lunchkonzerten am **2., 9., 16., 23. **und **30.5. **die
Feldman Nights am 8.5. und in der **Hochschule für Musik und Tanz
<https://www.hfmt-koeln.de/>**stehen die Oktett-Reihe am 4.5.
<https://www.hfmt-koeln.de/aktuelles/veranstaltungen/04-05-2026-oktett-reihe…>,
ein Klassenabend mit Studierende**n**von Prof. Susanne Blumenthal am
12.5.
<https://www.hfmt-koeln.de/aktuelles/veranstaltungen/12-05-2026-klassenabend…>
und neue Musik für Blockflöte am 30.5.
<https://www.hfmt-koeln.de/aktuelles/veranstaltungen/30-05-2026-neue-musik-f…>
auf dem Programm. **Beim Chamber Remix <https://chamber-remix.de/> am
3.5. **erwarten uns**Izabela Kałduńska **und **The New Solarism
<https://thenewsolarism.com/>, in der Reihe ‚soundings‘ ist der
Komponist und Performer Ahmetcan Gökçeer
<https://ahmetcangokceer.net/> am 7.5.
<https://www.khm.de/termine/news.6169.soundings-53-wipec/> in der
Kunsthochschule für Medien <https://www.khm.de/> zu Gast, am 10.5. hat
**/Picture a Day like this/
<https://www.oper.koeln/de/produktionen/picture-a-day-like-this/1173>**,
die neue Oper von George Benjamin, **im Staatenhaus Premiere **(**zur
Einstimmung kann man bereits am 6.5. eine öffentliche Probe
<https://www.oper.koeln/de/produktionen/soiree-mit-offentlicher-probe/848>
besuchen**)**, die Musikfabrik <https://www.musikfabrik.eu/de/> lädt am
11.5. <https://www.musikfabrik.eu/de/kalender/montagskonzert-soli/> zum
Montagskonzert, am 15.5.
<https://kgnm.culturebase.org/de_DE/konzertkalender/w-organ-resonant-spaces.…>
wird die Kirche St. Gertrud zum Resonanzkörper einer außergewöhnlichen
Klangperformance und die Plattform nicht dokumentierbarer Ereignisse
<https://platformcologne.com/> präsentiert am 16.5.
<https://kgnm.culturebase.org/de_DE/konzertkalender/limules.17988425>
das Ensemble Limules, das sich nach dem Pfeilschwanzkrebs benannt hat.
Ebenfalls am 16.5. findet ganztägig das grenzüberschreitende Festival
Resonanz <https://milieu48.de/festival-resonanz/> statt **und auch beim
zamus early music festival
<https://www.zamus.de/projects/zamus-early-music-festival> ist vom 21.
bis 30.5. mit ungewöhnlichen Klängen zu rechnen. U.a.erkundet**Christina
C. Messner <https://www.christinamessner.com/> **am 21.5.
<https://www.zamus.de/events/1510436609-1762781626> mit einer
**audio-visuelle**n**Installation **die Geschichte von Luzifers Sturz.
Schließlich **macht**am 31.5. das Ensemble Consord
<https://consord.net/> mit seinem neuen Programm **/Utopie 1: Garten der
Lüste /**in der **Alten Feuerwache
<https://altefeuerwachekoeln.de/>****Station und**im Stadtgarten
<https://www.stadtgarten.de/> erwarte**t**uns neben den NICA-Artists
<https://nica-artistdevelopment.de/> am **21.5.
<https://www.stadtgarten.de/programm/nica-live-felix-hauptmann-percussion-re…>**und
**25.5.
<https://www.stadtgarten.de/programm/nica-live-bergman-meier-pires-ringa-kar…>**der
Klangkünstler Etienne Nillesen <https://etiennenillesen.com/> am **27.5.
<https://www.stadtgarten.de/programm/etienne-nillesen-nate-wooley-chris-cors…>*Einblicke
in die freie Szene bekommt man bei *ON Cologne
<https://www.on-cologne.de/>**und **Noies <https://noies.nrw/>**, der
Zeitung für neue und experimentelle Musik in NRW, jeden 1. und 3.
Mittwoch im Monat wird d**ie **Ebertplatz**passage**von der Reihe
Bruitkasten <https://www.impakt-koeln.de/> bespielt**, **jeden 2. und 4.
Dienstag im Monat sendet****FUNKT
<https://www.gerngesehen.de/funkt/?page_id=618>**ein Radioformat mit
Elektronik und Klangkunst aus Köln **und jeden letzten Mittwoch im Monat
findet die **Soirée Sonique <https://ltk4.de/termine/>**im **LTK4
<https://ltk4.de/>**statt**. Fast täglich gibt es interessante Konzerte
im **Loft <https://www.loftkoeln.de/de/programm/> **und****w**eitere
Termine und Infos finden sich bei **kgnm <https://kgnm.de/>**, **Musik
in Köln <https://www.musik-in-koeln.de/>**und****impakt
<https://impakt-koeln.de/kalender.html>****sowie **Veranstaltungen mit
Jazz und improvisierter Musik bei **Jazzstadt Köln
<https://jazzstadtkoeln.de/de_DE/home>**.***
*Ruhrgebiet*
Im *Bochumer*Kunstmuseum machen am 2.5.
<https://www.kunstmuseumbochum.de/ausstellung-veranstaltung/details/soundtri…>die
*Soundtrips NRW <https://soundtrips-nrw.de/>****Station. **/Das andere
Amerika/**steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der **Bochumer Tage für
Neue Musik
<https://kulturraum-melanchthonkirche.de/bochumer-tage-fuer-neue-musik/>**in
der **Melanchthonkirche <https://kulturraum-melanchthonkirche.de/>**.
Zum Auftakt spielt das **Ensemble Horizonte
<http://www.ensemble-horizonte.de/>****am 25.5. Musik von alten
Bekannten wie Feldman, Rzewski und Crumb. Weiter geht es am 30.5. sowie
im Juni.*
*In der*****Dortmunder*****Oper <https://www.theaterdo.de/>****wird**am
14.5. **Sarah Nemtsovs
<https://www.sarah-nemtsov.de/de/biographie/>**neue Oper **/Wir/
<https://www.theaterdo.de/produktionen/detail/wir-we/>**nach dem
gleichnamigen dystopische Roman von Jewgeni Samjatin **aus der Taufe
gehoben**. Im **Konzerthaus
<https://www.konzerthaus-dortmund.de/de>**bringt das WDR
Sinfonieorchester am **17.5.
<https://www.konzerthaus-dortmund.de/de/programm/17-05-2026-constantinos-car…>**ein
Werk von Periklis Koukos zur Aufführung, im **domicil
<https://www.domicil-dortmund.de/>**stehen **The Dorf
<https://thedorf.net/index.php?section=Start>**am **21.5. und **Das
Kondensat <https://whyplayjazz.de/das-kondensat>**am **29.5.
<https://www.domicil-dortmund.de/programm-details/das-kondensat.html>**auf
der Bühne und **Simon Camatta <https://simoncamatta.yolasite.com/>**und
**Laure Boer <https://laureboer.com/>**werden am 16.5. im **mex
<http://www.mexappeal.de/>**erwartet.*
*Das*******Duisburger***Festival **Eigenzeit
<https://duisburger-philharmoniker.de/erweiterte-texte/eigenzeit/>****taucht
vom 2. bis 22.5. tief **in die indische Musik und Kultur ein **kuratiert
von Kamalini Mukherji**, **die auch selbst bei der **Tagore Song Night
<https://duisburger-philharmoniker.de/Konzerte/tagore-song-night-eigenzeit-2…>**mitwirkt.
Im **Lokal Harmonie <https://www.lokal-harmonie.de/>**ist am **9.5.
<https://www.lokal-harmonie.de/termine/eventeinzelheiten/11341/-/hilde-brues…>****Hilde
<https://www.hildemusic.com/>**zu Gast und der **earport
<https://earport.de/pages/de/veranstaltungen.php>**eröffnet seine neue
Ausstellung mit Werken von Gerhard Losemann am 31.5. mit einem
Performancekonzert. *
*In der **Neue Musik Zentrale <https://www.gnm.ruhr/>**in
***Essen*****findet am 1.5. der treff13 mit Madison Greenstone statt, am
8.5. gibt es eine elektronische Performance mit dem Duo MSHR und**am
**1**2.5**.****wird **die Improvisationreihe FRIM fortgesetzt. **I**n
der **Folkwang Universität
<https://www.folkwang-uni.de/home/musik/icem/>**stehen ein
Akusmatikkonzert am **5.5. und Vorlesungen in der Reihe ‚Ex Machina‘ am
7.5. und 26.5. auf dem Programm, **Simon Camatta
<https://simoncamatta.yolasite.com/>****feiert am 20.5. im****Rabbit
Hole Theater <https://rabbithole-theater.de/>****seinen 50. Geburtstag
mit Kaffee, Kuchen und Musik, der **earport
<https://earport.de/pages/de/veranstaltungen.php>**verabschiedet sich am
21.5. mit einem musikalisch-literarisch-performativen Konzert von der
Musikbibliothek Essen und das **Catinblack Ensemble
<https://www.catinblackensemble.com/>**überbringt am **22.5.
<https://szene10.de/spielplan/frombakuwithlove/>**i**m****Veranstaltungsort****Szene
10 <https://szene10.de/>**Grüße **/From Baku with Love/**. Ebendort wird
am **29.5. <https://szene10.de/spielplan/blaues-rauschen/>**das Festival
**Blaues Rauschen <https://blauesrauschen.de/de/start-de/>**eröffnet,
das bis zum **12.6. das Ruhrgebiet mit digitalen Soundexperimenten,
elektronischer Musik, Performance und Installationen beglückt.*
*Im **Makroscope <https://www.makroscope.eu/>**in ***Mülheim an der
Ruhr*****wird am **14.5.
<https://www.makroscope.eu/programm/verstarker-die-konzertreihe-im-makro-spe…>**die
Reihe ‚Verstärker‘ fortgesetzt.*
**Düsseldorf**
*Anlässlich des 100. Geburtstags von György Kurtág befasst sich die
**Robert Schumann Hochschule <https://www.rsh-duesseldorf.de/>**in vier
Lecture Concerts mit ‚Hungarian Roots‘. Zum Auftakt am **5.5.
<https://www.rsh-duesseldorf.de/veranstaltungen/details/2026-05-05-hungarian…>**widmet
sich Prof. Dr. Ulrich Mosch Kurtág und Bartók. Auch **beim****Salon Neue
Musik <https://www.klangraum61.de/salon>**am 8.5. **steht Kurtág im
Mittelpunkt.*
*In der **Tonhalle <https://www.tonhalle.de/>****kommt am **10.5.
<https://www.tonhalle.de/veranstaltung/supernova/17706-die-abenteuer-des-pri…>**der
Stummfilm **/Abenteuer des Prinzen Achmed /**zur Aufführung. Für die
Live-Musik sorgt das **notabu.ensemble
<https://www.notabu-ensemble.de/>**. **Experimentelle improvisierte
Musik kann **man**mehrmals im Monat im Subsol, dem Raum für creative
Extravaganzen, erleben. **Am 7.5. ist das Trio **Umiak
<https://christianmoser.ch/umiak>**zu Gast.*
*Sonstwo*
Noch bis zum 3.5. sind der Schlagzeuger Lê Quan Ninh
<https://www.lequanninh.net/> und der Sopransaxophinist Michel Doneda
<http://puffskydd.free.fr/neda/> im Rahmen der Reihe***Soundtrips NRW
<https://soundtrips-nrw.de/>****unterwegs. **Anfang Mai kommen
sie****nach **Wuppertal, Bochum und Münster*
ImTheater <https://www.theateraachen.de/de/start/index.html> *Aachen*hat
am 2.5. die Oper /Malina/
<https://www.theateraachen.de/de/produktionen/malina.html>von Karola
Obermüller <https://karolaobermueller.net/> und Peter Gilbert
<https://www.petergilbert.net/> nach dem Roman von Ingeborg Bachmann
Premiere. In der Raststätte <https://raststaette.org/>erwartet uns am
6.5.
<https://raststaette.org/termine/sync-synthesizer-jam-48-2/2026-05-06/>Synthesizer
Jam und die Gesellschaft für zeitgenössische Musik Aachen
<https://www.gzm-aachen.de/> kündigt die Reihe 'Hören und Sprechen über
Neue Musik' am 8.5.
<https://www.gzm-aachen.de/hoeren-und-sprechen-ueber-john-luther-adams-2-2-2…>
und aktuellen Jazz am 9.5. <https://www.gzm-aachen.de/jaggat/> und 23.5.
<https://www.gzm-aachen.de/jaggat-2/> an.
Die *Bielfelder*Cooperativa Neue Musik
<https://cooperativaneuemusik.de/>veranstaltet monatlich einenJour fixe
<https://cooperativaneuemusik.de/verein/jour-fixe/> und in der
Zionskirche <https://www.zionsgemeinde-bethel.de/.cms/112>erklingt
jeweils sonntags um 17 Uhr Neue Musik. Außerdem kann man sichvom 22. bis
23.5. dort Eric Saties/Vexations/hingeben.
Die In Situ Art Society <https://in-situ-art-society.de/>präsentiert im
Rahmen der Reihe ‚The Dissonant Series‘ im *Bonner*Dialograum Kreuzung
an St. Helena <https://kreuzung-helena.de/home/> am 16.5.
<https://kreuzung-helena.de/veranstaltung/the-dissonant-series-tamara-lukash…>
Tamara Lukasheva <https://tamaralukasheva.de/> mit Rilkevertonungen und
am 30.5.
<https://kreuzung-helena.de/veranstaltung/the-dissonant-series-brom-alexande…>
das Trio Brom <https://alexanderbeierbach.de/brom/> und in der
Kunsthalle Hangelar im benachbarten Sankt Augustin begegnen sich am
10.5. <https://www.kunsthallehangelar.de/> Simon Camatta
<https://simoncamatta.yolasite.com/> und Emily Wittbrodt
<https://emilywittbrodt.com/>.
Am 10.5. ist das Ensemble Horizonte <http://www.ensemble-horizonte.de/>
in der Martin-Luther-Kirche in *Detmold* zu Gast. Die Hochschule für
Musik <https://www.hfm-detmold.de/> veranstaltet vom 15. bis 17.5. die
Tage Alter und Neuer Musik und am 21.5. erklingt Klaviermusik des 20.
und 21. Jahrhunderts.
Michael Schultheis <https://www.mschultheis.com/> veranstaltet in
*Hagen* zwischen dem 3.5. und dem 24.5. eine Konzertreihe
<https://www.mschultheis.com/events> für moderne Orgelmusik. Am 15.5.
<https://www.mschultheis.com/events/2026/3/15/wunderkammer04-silence>
wirkt das Ensemble Crush <https://ensemble-crush.com/> mit.
*D**as TAM <https://www.tamkrefeld.de/>, Theater am Marienplatz **in
***Krefeld***, lädt jeweils freitags um 22 Uhr zum Nachtprogramm
<https://www.tamkrefeld.de/details.php?id=168> **ein. **Der
Kinetikkünstler **Willi Reiche <https://willi-reiche.de/> **und der
Klangkünstler **Nils Mosh <https://www.nilsmosh.com/> **präsentieren ein
zweigleisiges Ausstellungsprojekt unter dem Titel **/Von Höhen und
Tiefen/ <https://vonhoehenundtiefen.de/>**. Auftakt ist am 3.5. im Haus
für Seidenkultur und am 15.5. im Klärwerk Uerdingen.*
*In der Musikhochschule
<https://www.uni-muenster.de/Musikhochschule/die_Musikhochschule/index.html>
***Münster*****ist am 3.5.
<https://www.uni-muenster.de/de/veranstaltungskalender/prod/ausgabe/termine.…>
**das Ensemble Consord <https://consord.net/> mit seinem neuen Programm
**/Utopie 1: Garten der Lüste /**zu **erleben **und vom 16. bis 20.5.
veranstaltet die Gesellschaft für Neue Musik Münster
<https://gnm-muenster.de/> die **Klangzeit_Werkstatt
<https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/musikhochschule/Veranstaltun…>**.***In
der Black Box <https://cuba-muenster.de/kultur/>stehen die***Soundtrips
NRW <https://soundtrips-nrw.de/> **am 3.5.
<https://cuba-muenster.de/kultur/kalender/le-quan-ninh-michel-doneda/>,
**das Trio Leimgruber/Demierre/Lehn am **17.5.
<https://cuba-muenster.de/kultur/kalender/ldl/>**und Turbulences am
**31.5. <https://cuba-muenster.de/kultur/kalender/turbulences/>**auf dem
Programm.*
*Das **Studio für Neue Musik
<https://www.musik.uni-siegen.de/studio_fuer_neue_musik/?lang=d>**der
Universität ***Siegen ***veranstaltet am **7.5.
<https://www.musik.uni-siegen.de/studio_fuer_neue_musik/veranstaltungen/25_2…>
**ein Orgelkonzert und am **27.5.
<https://www.musik.uni-siegen.de/studio_fuer_neue_musik/veranstaltungen/25_2…>
**ein Klavier**konzert.***
*Das Orchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln
<https://www.hfmt-koeln.de/> hebt am 2.5.
<https://www.hfmt-koeln.de/aktuelles/veranstaltungen/01-11-2023-sinfoniekonz…>
in der Historischen Stadthalle ***Wuppertal ***ein neues Werk von Tiago
Jose Fialho Jesus aus der Taufe. Im **ort
<https://www.kowald-ort.com/>****stehen **die****Soundtrips NRW
<https://soundtrips-nrw.de/> **am 1.5.
<https://www.kowald-ort.com/termine-2026/soundtrips-nrw/>, **SoKo
Steidle & Alexander von Schlippenbach am 8.5.
<https://www.kowald-ort.com/termine-2026/sokosteidle-8-5-2026/>, das
**Trio Leimgruber/Demierre/Lehn **am **9.5.
<https://www.kowald-ort.com/termine-2026/endlesswind-9-5-2026/>**, das
Duo Genthon/Marchetti am **17.5.
<https://www.kowald-ort.com/termine-2026/genthonmarchetti-17-5-2026/>**und
Kristina Zelenina & Friends****am **18.5.
<https://www.kowald-ort.com/termine-2026/zelenina-18-5-2026/>**auf dem
Programm.*
Weitere Termine mit improvisierter Musik finden sich bei NRWJazz
<https://nrwjazz.net/>.
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